Four Nights, Four Bookworms and 150,000 Books

Hallo, liebe Leser

Siri und Selma schreiben von Gladstone’s Library in Hawarden, einem kleinen walisischen Dorf, wo wir ein paar Tage mit Dina und Klausbernd Urlaub machen. Wir sind echt stolz auf uns, dass wir diesen besonderen Ort fanden. Es ist die einzige Bibliothek in Britannien, in der man wohnen kann, ein Heim von tausenden Büchern in einem großartigen jakobinischen Gebäude.
Einige Leute träumen davon in einer Burg zu übernachten, andere in einem Luxushotel mit Spa, Schwimmbad und flauschigen Bademäntel. Wir wollten schon immer in einer Bibliothek übernachten. Stellt euch vor, ihr geht zu Bett und wisst, dass tausende von Büchern unter dem gleichen Dach schlummern. Was soll man Schäfchen zählen, wenn man nicht einschlafen kann, wenn man Bücher zählen kann?
Gladstone’s Library war die Vision des belesenen viktorianischen Staatsmanns William Edwart Gladstone, ein Mann der überzeugt war, dass Bücher geteilt, gelesen und geachtet werden sollten. Ein Gentleman ganz nach unserem Buchfeen-Geschmack.
Wir mieteten für einige Tage ein kleines Apartment in dieser Bibliothek. Das ist der ideale Rückzugsort für begeisterte Bücherfreunde. Gerade jetzt sitzen wir in dem sonnenbeschienen Leseraum, umgeben von Büchern und tippen unsere Blogpost. Dina und Klausbernd sind ebenso begeistert. Wenn der Himmel eine Bibliothek ist, wird diese wohl wie hier aussehen. Aber es gibt ein kleines Problem. Mit so vielen Büchern, die darauf warten entdeckt zu werden, wie können wir je diesen Ort verlassen?
Sagt uns, liebe Leser, wenn ihr eine Nacht in etwas Ungewöhnlichem übernachten könntet, würdet ihr ein Schloss, einen Leuchtturm, ein Museum oder auch eine Bibliothek wählen?

Gladstone's Library: All you need to know

Wer wird wohl als Erster zwischen den Regalen verschwinden? Klausbernd zog es sogleich zur Abteilung Philosophie und Literatur. Diese zu finden, war eine Herausforderung, da der erste große Bibliotheksraum mit theologischen Büchern vollgestopft war. Gladstone war erschreckend gläubig.
Siri flüsterte: “Über Eingebildetes wurden schon immer die meisten Bücher geschrieben.”
Glücklicher Weise fanden wir Regale voller moderner Romane im Lesezimmer, was unserem Geschmack entsprach. Insgesamt gibt es mehrere Bibliotheksräume mit Regalen voller Geschichtsbücher, Biografien, philosophische Werke und alle möglichen Gebieten. Wie in jeder großen Bibliothek dauert es etwas, bis man sich zurecht findet. Für uns kluge Buchfeen war das jedoch ein Kinderspiel bis wir uns zwischen den Büchern zu Hause fühlten und froh den Geruch alten Papiers, Staub und Jahrhunderte altem Wissen einatmeten. Und dann spielten wir unser Lieblingsspiel: Wer findet den verrücktesten Titel? Ihr würdet euch wundern, worüber Leute schrieben und noch mehr, dass sie einen Verleger dafür fanden.

Die Schwierigkeit des Reisens mit vier Bücherfreunden liegt darin, dass nie alle übereinstimmen, wann man eine Bibliothek verlassen sollte. Glücklicherweise ist das Verlassen von Gladstone’s Bibliothek völlig einfach. Man geht einfach nach oben und zieht sich in seinem Zimmer zurück. Ideal!
Die Architektur dieser Bibliothek ähnelt einer Kathedrale – einer Buchkathedrale. Ich, Selma, liebe diese gotische Atmosphäre, die besonders nachts ein wenig gruselig ist, aber gleichzeitig höchsten Ernst ausstrahlt.
“Lesen ist eine Art der Meditation oder man könnte sagen ‘eine Art Gottesdienst’ – ein ehrender Dienst am Geist“, sinniert Siri. “Immerhin haben fast alle Religionen ihre heiligen Bücher. Und habt ihr bemerkt, wenn wir einen Raum voller Bücher betreten, beginnen wir automatisch zu flüstern? Eine Bibliothek verlangt Respekt.”
“Bücher bringen uns etwas zunehmend Seltenes“, werfe ich ein, “es ist die Erlaubnis in einer lauten Welt still zu sein, sich zu zentrieren, nachzudenken und unsere Gedanken wandern zu lassen. Bibliotheken in großartigen Gebäuden wie diese hier haben die Eigenschaft uns ganz zu fühlen zu lassen.“

Das ist der Zauber von Gladstone’s Library. Sie ist großartig ohne einzuschüchtern, erhaben ohne zu streng zu sein, und voll von angenehmer Präsens von tausenden von großen Ideen, die geduldig auf den Regalen warten. Und das Allerbeste? Keiner wird mehr sagen, wir hätten zu viele Bücher in unserem Schlafzimmer. Wir schlafen ja immerhin in einer Bibliothek! Allmählich wurde uns klar, wie unterschiedlich dieser Urlaub von unseren gewöhnlichen Reisen ist. Normalerweise fühlen wir vier uns genötigt, alle Sehenswürdigkeiten zu besuchen und alles Mögliche in unserem Reiseplan hineinzuzwingen, um dann zu Hause unbedingt einen neuen Urlaub zu benötigen. Das Leben in Gladstone’s Library folgt dagegen einem eigenen Rhythmus, ein wenig wie das Leben in einem Kloster. Unsere Tage sind vom Zeitplan des Bistros sanft bestimmt: Frühstück, das glücklicher Weise nicht zu früh ist, da Leseratten eher spät aufstehen, eine kleine Mittagsmahlzeit und ein Abendessen a la card. Die Bibliothek bietet Nahrung für den Intellekt, während das Bistro leckeres Essen für den Körper bietet. Ein Perfektes Arrangement. So werden wir ein wenig klüger und deutlich entspannter nach Hause kommen.

Einige Tage in einer Bibliothek zu verbringen, hört sich wie ein ungewöhnlicher Urlaub an. Für uns ist das jedoch echter Luxus. Das Bett wird gemacht, das Frühstück serviert und wir haben alle Zeit der Welt für uns. Zeit um zu lesen, nachzudenken, etwas zu entdecken und um einem unerwarteten Pfad von Regal zu Regal zu folgen und nicht zuletzt die Lust des Lesens mit Leuten zu teilen, die auch Buch-Fans sind. Also was könnte feiner sein, als alle Zeit ohne Ende mit tausenden von Büchern zu teilen. Wir erwägen, ob wir nicht permanent hier einziehen könnten.

12 thoughts

    • Dear Ritva

      We didn’t know about this place before Siri and Selma found it in the net. We once stayed in a museum in Amriswil/CH but in a library that was much better. We thoroughly enjoyed it.

      Thank you very much
      The Fab Four of Cley
      🙂 🙂 🙂 🙂

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  1. That looks like the perfect holiday for you four. An amazing place indeed, and beautifully photographed too. I would prefer a castle, I have always wanted to live somewhere that had a drawbridge to pull up, and a tower to climb to view my surroundings.

    Love from Beetley, Pete. x

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    • Indeed, dear Pete, that was the perfect holiday for us. You would prefer a castle that is quite easy. We stayed several times in castles and enjoyed it very much. In Germany in an area called Münsterland you can stay in classic castles with a moat, a draw bridge and a high tower.

      Next to a stay in a library we would like to stay in a lighthouse. Selma found a lighthouse in Scotland where we could do this. We’ll see, perhaps our next holiday …

      Thanks and wishing yhou a happy weekend
      The Fab Four of Cley
      🙂 🙂 🙂 🙂

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    • It’s really worth visiting. A luxury for readers. In the reading room you can get your coffee and other drinks served. And the atmosphere is great, a heaven for every book lover.

      Thanks
      The Fab Four of Cley
      🙂 🙂 🙂 🙂

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  2. Ein ganz fantastischer und mitnehmender Bericht eures außergewöhnlichen Abenteuers, mit bezaubernd schönen Bildern, Eindrücken dieser gigantischen Bibliothek ist das… was mich gerade sehr beeindruckt!
    Obwohl ich ein Faible für solche wunderschönen historischen Gebäude hab, würde ich selbst aber doch lieber in einem Leuchtturm übernachten, wenn ich die Wahl hätte.😀
    Vielen Dank fürs teilen, liebe Selma und herzliche Grüße an euch, auf eurer wunderschönen Insel. 🤗⚘️🌞

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  3. Wow, es liest sich, als sei es zu schön, um wirklich wahr zu sein. Doch da ihr es behauptet … ;o) Ja, so anziehend die Vorstellung auch ist, eine Weile im Leuchtturm zu verbringen, eine solche Bibliothek rückt direkt auf den vordersten Platz. Vom Text in all den Büchern mal abgesehen, warten noch so viel mehr Eindrücke auf den Gast. Wenn ich da nur an die verschiedenen Papiere, Einbände, Gerüche, Druck, Farben , … denke. Und man hätte wirklich mal richtig viel Zeit zum Erkunden. Ich bin begeistert. Lieben Gruß an euch – Marianne

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  4. Solch ein Urlaub leuchtet ein!
    Ich erinnere mich an den Stern-Verlag in Düsseldorf, wo wir zwei Nachmittage in unserem einwöchigen Urlaub in Düsseldorf verbrachten. Noch immer schwärmen wir davon.

    Gut nachvollziehen könnte ich auch einen Aufenthalt in einem Museum oder privaten Galerie. Ich war mal in einer solchen Sammlung eines Industriellen und ich muß sagen: Es hätten nicht drei Nachmittage gereicht, alles zu würdigen.

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